Ring Smart Lock: Erstes Smart Lock von Ring lädt sich per Handkurbel wieder auf – vorerst nur für die USA
Ring steigt ins Geschäft mit Türschlössern ein: Am 7. Oktober 2026 hat das Amazon-Tochterunternehmen sein erstes eigenes Smart Lock vorgestellt. Die Besonderheit ist die Backup Power Dial, eine Kurbel an der Außenseite der Tür, mit der sich das Schloss bei leerem Akku wieder startklar machen lässt. Der Haken für deutsche Leser: Der Marktstart ist für Anfang 2027 ausschließlich in den USA geplant.

Handkurbel statt leerer Akku
Die Kurbel an der Außenseite treibt einen kleinen Generator an. Nach laut Berichten fünf bis zehn Umdrehungen leuchtet eine grüne Anzeige, und Tastenfeld und Fingerabdruckleser sind wieder einsatzbereit. Wie lange das Schloss danach wach bleibt, hat Ring bislang nicht verraten. Im Normalbetrieb arbeitet das Schloss mit einem wiederaufladbaren Akku, der laut Ring-Gründer Jamie Siminoff etwa ein Jahr hält. Die Ring-App erinnert ans Aufladen; dafür wird der Akku aus dem Schloss entnommen und separat geladen.
Entriegeln per Fingerabdruck, Code, App oder Alexa
Das Smart Lock hat kein Schlüsselloch – es gibt also keinen Schlüssel, den man unter dem Blumentopf verstecken könnte. Geöffnet wird per Fingerabdruck, über ein beleuchtetes Tastenfeld mit Code, über die Ring-App oder per Alexa. In der App lässt sich festlegen, wer wann Zutritt hat, einschließlich zeitlich begrenzter Codes etwa für Reinigungskräfte oder Hundesitter. Jedes Öffnen taucht im Aktivitätsverlauf auf. Eine Kamera ist nicht integriert. Ein Abo ist laut Berichten nicht nötig. Zur Wahl stehen die Farben Schwarz, Silber und Messing.

Amazon Sidewalk statt Matter
Fernbedienung, Statusmeldungen und die Synchronisierung der Codes laufen über Amazon Sidewalk, ein gemeinsames Netz aus Amazon-Geräten; das eigentliche Entriegeln geschieht direkt am Schloss. Das Smart Lock arbeitet mit Ring-Türklingeln, -Kameras und -Alarmsystemen zusammen. Zu Matter hat sich Ring in der Ankündigung nicht geäußert, eine reibungslose Einbindung in Apple Home, Google Home oder SmartThings ist laut Bericht nicht zu erwarten. Als Verschlüsselungsstandard nennt Ring TAKE („Throw Away the Key Encryption“), der nach und nach zum Standard für alle Ring-Kunden werden soll – wie er beim Schloss genau greift, ist offen.
Technische Daten im Überblick
- Typ: Smart Lock ohne Schlüsselloch, ohne Kamera
- Entriegeln: Fingerabdruck, beleuchtetes Tastenfeld, Ring-App, Alexa
- Notstrom: Backup Power Dial (Handkurbel, laut Berichten 5–10 Umdrehungen)
- Akku: wiederaufladbar, laut Ring etwa ein Jahr Laufzeit
- Vernetzung: Amazon Sidewalk für Fernfunktionen; kein Matter angekündigt
- Farben: Schwarz, Silber, Messing
- Abo: laut Berichten nicht erforderlich
- Preis/Start: 249 US-Dollar, USA, Anfang 2027, vorbehaltlich der FCC-Zulassung
Preis, Verfügbarkeit und Einordnung für Deutschland
Ring plant den Start für Anfang 2027 in den USA zu einem Preis von 249 US-Dollar; die FCC-Zulassung steht laut Amazon noch aus. Eine europäische Version hat Ring nicht angekündigt. Zwei Hürden sprechen für Deutschland ohnehin gegen einen schnellen Start: Das Schloss ist für einen amerikanischen Einzelzylinder-Riegel (Deadbolt) gebaut, während hierzulande meist Profilzylinder verbaut sind. Und Amazon Sidewalk läuft nach bisherigem Stand nur in den USA, Kanada und Mexiko – dadurch fielen auch die Fernfunktionen weg.
Fazit
Die Handkurbel ist eine originelle Antwort auf ein Ärgernis aller Smart Locks: die leere Batterie. Für den deutschen Markt ist das Ring Smart Lock aber vorerst nur ein Blick über den Tellerrand – ohne angekündigte Europa-Version, ohne Matter und mit einer Bauweise für US-Türen. Spannend bleibt, ob Ring das Konzept später auch für Europa anpasst.
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