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Smarte Heizkörperthermostate: Funk, Hub-Zwang und Kosten im Überblick

von Danny

Smarte Heizkörperthermostate: Funk, Hub-Zwang und Kosten im Überblick

Die Heizsaison läuft, und viele überlegen, ihre Heizkörper endlich smart zu machen. Beim Blick ins Regal fällt zuerst der Preis auf: Ein einzelnes Thermostat gibt es schon ab etwa 30 Euro, Markengeräte kosten meist 50 bis 90 Euro. Entscheidend für Alltag und Gesamtkosten sind aber zwei andere Fragen: Welcher Funkstandard steckt im Gerät – und braucht es dafür eine eigene Zentrale? Genau das klären wir hier, inklusive einer Kostenrechnung für fünf Heizkörper.

Warum der Funkstandard wichtiger ist als das Feature-Datenblatt

Ein Heizkörperthermostat läuft mit Batterien und soll damit möglichst lange auskommen. Deshalb setzen die meisten Hersteller auf stromsparende Spezialfunkstandards statt auf WLAN. Das hat zwei Folgen: Das Thermostat spricht oft nicht direkt mit deinem Router, sondern mit einer Zentrale. Und welche Zentrale es sein muss, hängt vom Funkstandard ab. Wer vor dem Kauf nur auf Fenster-offen-Erkennung und App schaut, kauft später unter Umständen noch einen Hub dazu.

Die Funkstandards im Überblick

Matter over Thread

Matter ist die gemeinsame „Sprache“ für Smart-Home-Geräte, Thread das stromsparende Funknetz darunter. Thread-Geräte brauchen einen sogenannten Thread-Border-Router, der das Funknetz mit deinem Heimnetz verbindet. Den hast du vielleicht schon: Typische Border Router sind HomePod mini, Echo (4. Generation) oder Nest Hub. Dann funktioniert das Thermostat ohne weiteren Hub. Beispiele sind das Eve Thermo, tado° X und das neue Meross MTS155. Was hinter Matter steckt, erklärt unser Beitrag Was ist Matter.

Zigbee

Zigbee ist seit Jahren der Klassiker für günstige Sensoren und Thermostate. Du brauchst einen Zigbee-Koordinator: die Zentrale des Herstellers, einen USB-Stick für Home Assistant oder ein Gateway, das im Set liegt. Wer ohnehin ein Zigbee-Netz betreibt, bekommt so die günstigsten Thermostate – etwa den Sonoff TRVZB oder den Aqara E1. Der Aqara W600 funkt wahlweise per Thread oder Zigbee.

DECT ULE

Wer eine FRITZ!Box mit DECT-Basis hat, braucht für FRITZ!Smart-Thermostate keine weitere Zentrale. Der Funk läuft komplett lokal über die Box. Das ist die bequemste Lösung, wenn die FRITZ!Box sowieso schon im Haus steht. Mehr dazu in unserem Test des Eurotronic Comet DECT.

Herstellereigene Systeme

Homematic IP (868 MHz) und Netatmo sind geschlossene Systeme: Homematic IP braucht den Access Point oder eine CCU3, Netatmo die eigene Basisstation. Dafür bekommst du eine ausgereifte Gesamtlösung, bei Homematic IP auch mit lokaler Steuerung ohne Cloud. Unsere Erfahrungen: Homematic IP Heizkörperthermostat im Test und Netatmo Energy im Test.

Bluetooth und WLAN

Einfache Modelle sprechen Bluetooth oder WLAN. Das spart den Hub, belastet aber das Heimnetz und die Batterie. SwitchBot geht einen Mittelweg: Die App-Steuerung läuft ohne Hub, für Fernzugriff und Integrationen kommt der SwitchBot Hub dazu. Unseren SwitchBot-Test findest du hier.

Hub-Zwang: Was brauchst du wirklich?

System Funk Zentrale nötig?
Eve Thermo Matter over Thread Kein eigener Hub, aber ein Thread-Border-Router
tado° X Matter over Thread Thread-Border-Router; die tado° Bridge X liegt den Starter Kits bei
Meross MTS155 Matter over Thread Kein eigener Hub, aber ein Thread-Border-Router
Hama Heizkörperthermostat Matter over Thread Laut Hersteller nur mit dem Hama Smart-Home-Hub
Bosch Heizkörper-Thermostat II [+M] Matter/Thread und Zigbee Grundfunktionen per Matter ohne Bosch-Zentrale, volle Funktionen mit Smart Home Controller II
Aqara W600 Thread (Matter) oder Zigbee Thread-Border-Router oder Aqara-Hub; per Matter ohne Hub fehlen laut Test Zeitpläne und Fenstererkennung
Sonoff TRVZB Zigbee Zigbee-Koordinator
FRITZ!Smart Thermo 302 DECT ULE FRITZ!Box mit DECT-Basis
Homematic IP 868 MHz Access Point oder CCU3
Netatmo herstellereigen Netatmo-Basisstation
SwitchBot Bluetooth/WLAN App ohne Hub; Hub für Fernzugriff und Integrationen

Die Faustregel: Thread braucht einen Border Router, Zigbee einen Koordinator, DECT eine FRITZ!Box, die Systemlösungen ihre eigene Zentrale. Matter erleichtert die Einbindung in Apple Home, Alexa und Google Home, die vollen Funktionen gibt es aber häufig nur in der Hersteller-App.

Was kostet es? Beispiel: fünf Heizkörper

Die folgende Rechnung zeigt, was du für die Erstausstattung von fünf Heizkörpern einplanen solltest. Es sind Richtwerte aus den Listenpreisen der Sets und Einzelgeräte (Stand Oktober 2026). Straßenpreise und Aktionen weichen ab; aktuelle Angebote findest du auf unserer Seite Smart-Home-Angebote der Woche.

System Zusammensetzung Richtwert für 5 Heizkörper
Homematic IP Set mit Access Point und 5 Thermostaten ca. 260 Euro
Aqara W600 Starterset mit Hub und 3 Thermostaten + 2er-Pack ca. 270 Euro
tado° X 4er-Starter-Kit mit Bridge + 1 Thermostat ca. 280 Euro
Meross MTS155 3er-Pack + 2 Einzelgeräte (Border Router vorausgesetzt) ca. 300 Euro
Eve Thermo 4er-Pack + 1 Einzelgerät (Border Router vorausgesetzt) ca. 335 Euro
Bosch Heizkörper-Thermostat II [+M] 5er-Starterset ca. 340 Euro
FRITZ!Smart Thermo 302 3er-Pack + 2 Einzelgeräte (FRITZ!Box vorausgesetzt) ca. 375 Euro
Netatmo 4er-Starterset + 1 Thermostat ca. 430 Euro

Laufende Kosten und Ersparnis

Dazu kommen Batterien, die du regelmäßig tauschen musst. Bei tado° gibt es für Zusatzfunktionen wie Auto-Assist ein optionales Abo, das laut Tests bei rund 30 Euro im Jahr liegt (bitte vor dem Kauf beim Hersteller prüfen). Homematic IP und Bosch kommen ohne laufende Kosten aus. Auf der Habenseite steht die Heizkostenersparnis: Die Stiftung Warentest nennt meist 6 bis 10 Prozent, die Verbraucherzentrale und CO₂online sprechen von durchschnittlich 9 bis 15 Prozent. Wer ohnehin sparsam heizt, braucht länger, bis sich die Anschaffung rechnet; am meisten bringen Thermostate in stark genutzten Räumen.

Welche Lösung passt zu wem?

Du hast schon einen Thread-Border-Router

Dann sind die Matter-over-Thread-Modelle ohne Zusatzhub die schlankste Lösung, etwa das Meross MTS155 (siehe unseren Beitrag).

Meross Heizungsthermostat Matter Over Thread
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Wer das System mit dem größten Zubehör und einer ausgereiften App sucht, schaut zu tado° X.

tado° Smartes Heizkörperthermostat X – Trio Pack
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Du hast eine FRITZ!Box

Dann ist das FRITZ!Smart Thermo 302 die unkomplizierteste Variante: kein weiterer Hub, alles lokal.

FRITZ!Smart Thermo 302 | Heizkörperregler | effizientes Heizen & Komfort
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Du willst lokal und unabhängig bleiben

Homematic IP läuft lokal über den Access Point oder die CCU3. Wer Home Assistant betreibt, ist mit Zigbee-Thermostaten wie dem Sonoff TRVZB am günstigsten dabei, braucht aber einen Zigbee-Koordinator.

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Du nutzt schon Bosch Smart Home

Mit dem Smart Home Controller II holst du bei den Bosch-Thermostaten alle Funktionen heraus.

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Du willst ohne Zentrale starten

SwitchBot funktioniert per App auch ohne Hub; das Set bringt Panel und Hub Mini mit.

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Einen größeren Vergleich mit weiteren Modellen findest du in unserem Beitrag Die besten smarten Heizkörperthermostate im Test.

Fazit

Einen Gewinner für alle gibt es nicht, aber eine klare Entscheidungshilfe: Prüfe zuerst, was bei dir schon steht. Mit Thread-Border-Router sind die Matter-Modelle am günstigsten, mit FRITZ!Box die FRITZ!Thermostate, mit Zigbee-Netz die Zigbee-Geräte. Erst wenn nichts davon vorhanden ist, lohnt der Blick auf ein komplettes Starterset mit Zentrale – dann rechnet sich oft ein Set von Homematic IP, tado° oder Bosch. Die Gesamtkosten für fünf Heizkörper liegen bei den meisten Systemen zwischen etwa 260 und 430 Euro.

Disclaimer: Alle im Beitrag genannten Produktnamen, Logos und Marken sind Eigentum der jeweiligen Hersteller und dienen ausschließlich der Beschreibung und Information. Alle Informationen basieren auf offiziellen Herstellerangaben und öffentlich zugänglichen Quellen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Preise sind Richtwerte und können abweichen. Für die Richtigkeit, Aktualität und Vollständigkeit der Angaben wird keine Garantie übernommen.

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